Was hab ich gelernt? Mein 2016.

Januar 15th 2017

Das neue Jahr ist schon wieder 15 Tage alt. Eigentlich wollte ich dieses Mal keinen Rückblick schreiben, aber so ganz ohne wollte ich irgendwie auch nicht weitermachen. Viel gebloggt habe ich 2016 nicht. Zu wenig Zeit, oder: Ich habe meine Prioritäten anders gesetzt. Ich habe nach wie vor viel Zeit mit Instagram, Snapchat, YouTube und Co. verbracht aber nur dann, wenn ich mich ausgeruht habe und Zeit für mich brauchte. Natürlich ist eines meiner großen Ziele, 2017 wieder aktiver zu werden – aber wie?

Ich weiß nicht, ob Blogs dieser Art überhaupt noch richtig wahrgenommen werden. Ich habe das Gefühl, dass sich der Fokus nur noch auf Instagram richtet und viele zu „Instagram-Fashionblogger“ mutieren. Vor einigen Monaten fand ich das noch richtig doof, inzwischen denke ich selbst darüber nach, auch so einer zu werden. Aber nein, ich kann mich von meinem Baby nicht trennen. Jetzt jedenfalls noch nicht.

Einen stinknormalen Jahresrückblick wollte ich aber trotzdem nicht schreiben. Ich habe mir überlegt, euch einfach aufzuschreiben, was ich aus dem vergangenen Jahr gelernt habe. Große Themen, die mich das gesamte Jahr über beschäftigt und auch irgendwie geprägt haben.

Von Neujahrsvorsätzen halt ich nichts. Natürlich habe ich mir auch die ein oder anderen Ziele in den Kopf gesetzt, aber darüber sprechen möchte ich nicht. Ich habe viele Ideen und Wünsche im Kopf. Ich lasse euch daran teilhaben.

Was habe ich aus dem Jahr 2016 gelernt?

Kämpfen.

Kämpfen lohnt sich. Hat man dieses „das“ (wofür man kämpfen will) gefunden, steckt man seine gesamte Energie in diese Sache, steht voll und ganz dahinter und möchte sich weiterentwickeln. Man will sich weiter ausprobieren, Neues kennenlernen, Herausforderungen meistern, aber auch mal auf die Schnauze fallen. Denn auch daraus lernt man.

Vor anderthalb Jahren habe ich ein Praktikum in einem Zeitungsverlag begonnen, ohne jegliche Vorkenntnisse in diesem Bereich zu haben. Neun Monate später, am 1. April 2016, durfte ich mich offiziell als Volontärin bezeichnen – und wenn alles gut geht, bin ich ab dem kommenden Jahr Redakteurin. Noch heute erwische ich mich dabei, wie ich mich selbst frage: Womit habe ich das verdient? Sicherlich bin ich nicht die größte Schreiberin. Aber ich habe gekämpft dafür, dort weiter arbeiten zu dürfen (und das Haus nicht als Praktikantin oder als „eine von vielen“ wieder zu verlassen). Ich habe versucht, sie von mir zu überzeugen. Sicherlich hatte ich auch den ein oder anderen Tag, an dem ich alles hinschmeißen wollte. Dieses Gefühl habe ich noch manchmal noch heute, aber: Ich liebe die Geschichten, die mir begegnen und über die ich berichten darf. Ich liebe die Vielfalt dieses Berufs. Ich liebe es, auch mal morgens nicht zu wissen, was mich tagsüber erwartet.

Was ich daraus noch gelernt habe? Dass das Leben nicht nur daraus besteht, in den Tag hinein zu leben (so wie man es als Student eben häufig erlebt hat). Dass es Tage gibt, an denen man zehn, zwölf Stunden nicht zu Hause ist – und das eben völlig normal ist. Dass ich auch mal kritisiert werde für das, was ich mache oder schreibe. Dass es aber noch lange keine Kritik an meiner Person ist. Daraus kann man nur dazu lernen. Ich bin eigenständiger und selbstbewusster geworden. Habe gelernt, mich auch mal gegen andere Personen und/oder Meinungen durchzusetzen.

Trotzdem bin ich im Jahr 2016 auch häufig an meine Grenzen gestoßen. Ich hatte Momente, in denen ich nicht wusste, ob ich mich auf dem richtigen Weg befinde. Es gab Tage, da wäre ich gerne aus allen mir mühsam aufgebauten Strukturen ausgebrochen.

Dankbar sein.

Aber nicht nur beruflich habe ich mich weiter festigen können. Im März sind mein Mann und ich in unserer gemeinsames Haus gezogen. Von der Stadt mit 144.000 Einwohnern ging es auf ein Dorf mit nicht mal 500 Einwohnern, das wir vorher gar nicht auf dem Schirm hatten. Wir haben uns somit von 60 auf mehr als 160 Quadratmeter vergrößern können. Dass wir an diesem Ort unser Traumhäuschen finden würden, hätten wir nie gedacht. Und genau dafür bin ich so unendlich dankbar. Ich bin dankbar dafür, dass wir uns auf jedem einzelnen Quadratmeter wohlfühlen.

Dankbar bin ich auch für den Mann an meiner Seite, der mich seit bald elf Jahren durch mein Leben begleitet. Obwohl wir unser Eigenheim gefunden haben und eigentlich alles „perfekt“ hätte sein können, war das Jahr nicht immer einfach – aber wir sind noch näher zusammengewachsen. Und dafür bin ich dankbar. Einen Menschen zu haben, der einen mit all seinen Macken und Eigenschaften liebt, ist nicht selbstverständlich. Und ich wünsche jedem euch, dass ihr auch genau so eine Person finden werden. Vielleicht ja in diesem Jahr?

Dankbar bin ich dafür, dass ich in diesem Jahr für eine Woche in meinem Lieblingsland sein durfte. Dänemark. Von diesem Urlaub zehre ich heute noch und trotzdem verspüre ich schon jetzt wieder große Sehnsucht. Dankbar bin ich für all meine Freunde. 2016 haben wir uns alle noch mehr in Deutschland verteilt, trotzdem weiß ich, auf wen ich mich verlassen kann. Vor allem meine Ex-Kommilitonen und die Mädels, mit denen ich Abi gemacht habe – auch sie haben mich wieder allesamt durch das Jahr begleitet. Danke!


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Asos Curve
Tasche: Rebecca Minkoff
Schuhe: Jana